Workshopbericht: Als Flüchtling in Deutschland – Und jetzt?

Veröffentlicht von:  am Dienstag, 03.11.2015
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Eine Einführung in die asylrechtliche Beratungspraxis

„Ja, eigentlich gilt der Unternehmensjurist an der Universität Mannheim, verkleidet in Polo Hemden und Blusen, geschmückt mit schicker Uhr und Perlenohrringen und seiner Juristenbibel auf dem Arm, nicht als der sozialste Mensch der Uni. Aber seit es PRO BONO Mannheim gibt, wird der er tatsächlich von einer anderen Seite belichtet.

Am 16.10.2015 – an einem Freitagnachmittag – rannten 26 Kolleginnen und Kollegen in spe eine der Räumlichkeiten im Hörsaalgebäude B6 ein und wollten in der Sparte „Ausländerrecht“ in einem Workshop erlernen, wie man einen sinnvollen und nachhaltigen Beitrag zur Gesellschaft leisten kann, indem sie sich entschlossen über das Asylverfahren informierten. Nach der mühsamen und gefährlichen Flucht müssen viele Flüchtlinge eine Endlosschleife an Bürokratie überleben. Ganz auf sich allein gestellt und mit gefährlichem Halbwissen im Gepäck funktioniert das Ganze aber nicht. Mit juristischen Kenntnissen, will PRO BONO Mannheim zumindest bei der Beantragung von Asyl etwas Klarheit im Dschungel der Ungewissheit und Hilflosigkeit schaffen.

Die Nachfrage von PRO BONO Mitgliedern und Externen war so hoch, dass die ursprünglich geplante Räumlichkeit für etwa 20 Teilnehmer im Ehrenhof West des Schlosses nicht ausreichte und so zu einer größeren Räumlichkeit im B6 gewechselt wurde. Referiert hat an diesem Nachmittag Herr Rechtsanwalt Dominikus Zettl aus Ludwigshafen und stand für sämtliche Fragen Antwort. Vom Dublin-III-Verfahren über Kirchenasyl bis zur mündlichen Anhörung vor dem BAMF wurde alles für eine saubere Grundlage durchgearbeitet. Immer wieder standen auch Einzelfälle und interessante erste Erfahrungen der Workshop-Teilnehmer im Raum. Viele interessierte Fragen zeigten nicht nur, dass dieser Workshop richtig und wichtig war, sondern auch wie die Juristerei von einer starken Argumentation abhängt. Eine Argumentation, die für ein zukünftiges Leben in Deutschland für die Menschen auf der Flucht von großer Bedeutung ist.

Das Ausländerrecht konfrontiert die jungen Studierenden aus allen Semestern nun zum ersten Mal damit, wie entscheidend Jura für das Leben dieser Menschen ist. Denn plötzlich dreht sich alles nicht mehr um Sachen, die einen gewissen Wert haben und Fälle, die auf einem Stück Papier stehen, sondern um Menschenleben und Geschichten. Dieser Verantwortung sind sich die jungen Studierenden bewusst und wollen sie auch gezielt tragen.

Wenn Du auch bereit bist, soziale Verantwortung zu übernehmen, dann werde ein Teil unseres Teams! Hierfür musst Du nicht ausschließlich Jura studieren. Auch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, Finanzen, Marketing, HR und der Gestaltung unserer Website suchen wir immer wieder kreative und zuverlässige Köpfe!“

– Merve Gül

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